RE404 von TELEFUNKEN, gefertigt für Anschütz und Co, Kiel.

 

Wahrscheinliche Anwendung in U Boot Kreiselkompasse, aber mehr als eine Wahrscheinlichkeit ist das nicht. Die Anschütz Werke wurden 1944 nahezu vollständig zerstört. Unterlagen zu der RE404 sind mir keine andere bekannt, als den Schrieb welche bei den Röhren verpackt wurden. Obwohl es hier im Grunde genommen um normale Trioden handelt, ähnlich einer grossen RE134, ist aber auffällig, dass sie getestet sind um dem 0 Volt Gitterspannung Arbeitspunkt herum, UND dass die positiver Gitterstrom welchen dabei entsteht ebenfalls im Schrieb vorhanden ist. Da gehe ich davon aus, dass man sich diese Mühe nur macht, wenn es die Anwendung auch erfordert. Außerdem sind sie äußerst peinlich penibel getestet. Es ist auffällig, das die RE404 immer 20 mA ziehen bei Ug=0Volt. Das ist durch exakter Anoden abstand bzw Justage zu erreichen. Exemplar Streuung gibt es bei DIESEM Einstellpunkt keine. Ich denke einfach daher, dass die Ursprüngliche Anwendung diesen EXACTEN Einstellpunkt erforderte.

 

Es ist davon auszugehen, dass es sich bei der RE404 um absolute Qualitäts- und Präzisionsprodukte handelt, welches in damals hochmoderne und strategische Instrumente zum Einsatz kamen. An diesen Instrumenten hat im übrigen Albert Einstein aus einer persönlichen Begeisterung heraus, viele Jahre mitgearbeitet. Auch existierte einen automatische Pilot (Kapitän...) für Schiffe, wobei naturgemäße einiges an Regelelektronik zum Einsatz kam. Denkbar ist daher für mich auch, dass die RE404 in ein Gleichspannung gekoppelter analoger Regelkreis zum Einsatz kam. Daher die exakte Vermessung um Ug=0V herum, und immer die saubere 20mA in dem Punkt.

 

Ein Rätsel bleibt es, die RE404!

 

Dr. Anschütz-Kämpfe

 

 

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Brief von Albert Einstein, im Juli 1922 an Anschütz:

Lieber Herr Anschütz!


Das war eine schöne und hoffnungsfrohe Woche in Kiel in Ihrem Märchenhause. Die Aussicht auf ein geradezu normales menschliches Dasein in der Stille, verbunden mit der willkommenen praktischen Arbeitsmöglichkeit in der Fabrik entzückt mich. Dazu die wundervolle Landschaft, das Segeln – beneidenswert. Nur von dem Ankauf der romantischen Villa Esmarch müssen wir leider Abstand nehmen. Denn die Kieler Bürger würden den Ankauf eines historisch so schwer belasteten Gebäudes durch einen Juden als provokatorischen Akt empfinden und sich irgendwie an mir rächen; es gibt immer Möglichkeiten, wenn man nur will. Es ist meine feste Überzeugung, dass der Ankauf der Villa zu schweren Komplikationen führen würde. In so aufgeregten Zeiten sind die Menschen überhaupt sonderbar...

 

Sie und Ihre Frau grüßt herzlich Ihr A. Einstein.

 

 

 

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